Gasunterstützte Spritzgießdienstleistungen

Beim gasunterstützten Spritzgießen wird unter Druck stehendes Stickstoffgas in geschmolzenen Kunststoff eingespritzt. Das Gas erzeugt Hohlräume, solange das Material noch formbar ist. Die Zykluszeiten verkürzen sich im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren deutlich. Die Teilequalität verbessert sich erheblich, da Einfallstellen und Verzugsprobleme reduziert werden.

Unser Ingenieurteam ist auf gasunterstützte Spritzgießverfahren spezialisiert. Mit unserer bewährten Expertise unterstützen wir Sie dabei, Kosten zu senken, die Qualität zu verbessern und Produktionszeiten zu verkürzen.

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AS 9100 Luft- und Raumfahrt

Gasunterstütztes Spritzgießen

Gasunterstütztes Spritzgießen

Beim Standard-Spritzgießen wird der Formhohlraum vollständig mit geschmolzenem Kunststoff gefüllt. Gasunterstütztes Spritzgießen kombiniert traditionelle Injektionstechniken mit kontrollierter Gaseinspritzung.

Bei diesem Verfahren wird zunächst eine Teilmenge des Kunststoffmaterials eingespritzt. Anschließend strömt unter Druck stehendes Stickstoffgas durch spezielle Düsen ein. Das Stickstoffgas erzeugt Kanäle im geschmolzenen Material. Diese Kanäle bilden Hohlräume in der Bauteilstruktur. Der Gasdruck verdichtet den Kunststoff zudem an die Formwände. Dies gewährleistet eine hervorragende Oberflächenqualität und Maßgenauigkeit.

Gasunterstütztes Spritzgießen Das Verfahren löst Probleme, die bei herkömmlichen Formgebungsverfahren häufig auftreten. Dickwandige Teile weisen oft Einfallstellen auf, da das Material ungleichmäßig abkühlt. Durch das Aushöhlen dickerer Bereiche wird dieses Problem durch Gasinjektion beseitigt.

Traditionelles Spritzgießen

Bei herkömmlichen Verfahren wird der gesamte Formhohlraum mit Kunststoff gefüllt. Große Materialmengen stellen Kühlprobleme dar. Dicke Bereiche kühlen langsam ab und entwickeln häufig innere Spannungen.

Diese Spannungen führen zu sichtbaren Oberflächenfehlern. Verzug entsteht, da sich verschiedene Bereiche unterschiedlich stark zusammenziehen. Lange Zykluszeiten sind erforderlich, um eine vollständige Abkühlung des gesamten Bauteils zu gewährleisten.

Gasunterstütztes Spritzgießen

Durch die Gaseinspritzung entstehen Hohlräume, wodurch das Materialvolumen reduziert wird. Weniger Material bedeutet schnellere und gleichmäßigere Abkühlung. Der Gasdruck sorgt für die Aufrechterhaltung der Bauteilabmessungen während der Kunststofferstarrung.

Die Bauteile weisen glatte, fehlerfreie Oberflächen auf. Durch die Minimierung innerer Spannungen verbessert sich die strukturelle Integrität. Die Zykluszeiten verkürzen sich deutlich, was die Produktionseffizienz steigert.

Internes vs. externes gasunterstütztes Spritzgießen

Beim gasunterstützten Spritzgießen werden zwei unterschiedliche Verfahren angewendet:

Internes Gaseinspritzverfahren

Bei der internen Gaseinleitung wird Stickstoff direkt in die Kunststoffschmelze eingeleitet. Das Gas strömt durch das Innere des Bauteils und bildet Hohlkanäle. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Bauteile mit rohrförmigen Abschnitten oder dicken Rippen.

Der Prozess beginnt, sobald der Kunststoff zu 70–95 % in die Formkavität gefüllt ist. Unmittelbar danach startet die Gaseinspritzung. Der unter Druck stehende Stickstoff dringt in den Kunststoff ein und folgt dem Weg des geringsten Widerstands zu dickeren Bereichen hin.

Die inneren Kanäle bilden sich auf natürliche Weise, wenn Gas das noch flüssige Material verdrängt. Der Gasdruck bleibt so lange erhalten, bis der Kunststoff vollständig erstarrt ist. Dadurch wird sichergestellt, dass der Hohlraum optimal gefüllt bleibt und die Maßgenauigkeit gewahrt wird.

  • Erzeugt innere Hohlräume, die das Gewicht deutlich reduzieren
  • Ideal für Griffe, Rohrkonstruktionen und dickwandige Bauteile
  • Beseitigt Einfallstellen in dicken Abschnitten durch Aushöhlen von innen
  • Reduziert den Materialverbrauch in geeigneten Anwendungen um 25-40%.
  • Erfordert eine sorgfältige Gaskanalgestaltung zur Kontrolle der Gasströmungswege

Externes Gaseinspritzverfahren

Durch die externe Gaseinblasung wird Stickstoff zwischen die Werkstückoberfläche und die Formwand eingebracht. Das Gas bildet eine dünne Schicht, die die Oberflächenqualität verbessert. Dieses Verfahren eignet sich besonders für große, flache Werkstücke, die zum Verziehen neigen.

Die Form wird zunächst vollständig mit Kunststoffmaterial gefüllt. Anschließend wird Gas in bestimmte Bereiche zwischen Kunststoff und Formoberfläche eingespritzt. Der Gasdruck erzeugt einen minimalen Spalt, der ein kontrolliertes Schrumpfen ermöglicht.

Die Oberflächenqualität verbessert sich durch dieses Verfahren deutlich. Das Gaspolster verhindert, dass der Kunststoff an der Form kleben bleibt. Dadurch werden Oberflächenfehler beseitigt und der Bedarf an Nachbearbeitungsschritten reduziert.

  • Verbessert die Oberflächengüte großer, flacher Bauteile
  • Verhindert Verformungen bei Paneelen und großen Oberflächen
  • Verkürzt die Abkühlzeit durch Ermöglichung der Luftspaltbildung
  • Beseitigt Spuren und Oberflächenfehler
  • Eignet sich gut für Teile, die eine Oberflächenqualität der Klasse A erfordern.

Die Wahl des Verfahrens hat erhebliche Auswirkungen auf die Werkzeugkonstruktion. Die interne Gaseinspritzung erfordert spezielle, in die Form integrierte Düsen. Externe Verfahren benötigen sorgfältig konstruierte Gaskammern und Entlüftungssysteme. Beide Ansätze erfordern eine präzise Steuerung der Prozessparameter.

Bei einigen komplexen Bauteilen ist die Kombination beider Verfahren von Vorteil. Hybridtechniken nutzen interne Kanäle in dicken Abschnitten, während gleichzeitig externes Gas auf große Oberflächen aufgebracht wird.

Materialien, die beim gasunterstützten Spritzgießen verwendet werden

Das gasunterstützte Spritzgießen eignet sich für eine breite Palette thermoplastischer Materialien.

Technische Thermoplaste

  • Polycarbonat zeichnet sich durch optische Klarheit und Stoßfestigkeit aus.
  • ABS bietet hervorragende Verarbeitbarkeit und Oberflächengüte. Das Material fließt leicht und lässt sich problemlos mit Gas beaufschlagen.
  • Nylonmaterialien bieten hervorragende Festigkeit und Verschleißfestigkeit.
  • Mit Glasfasern verstärkte Nylonsorten erreichen eine außergewöhnliche Steifigkeit. Diese Werkstoffe eignen sich für Bauteile, die unter Belastung dauerhaft haltbar sein müssen.

Gebrauchsgegenstände Kunststoffe

  • Polypropylen bietet Chemikalienbeständigkeit und Flexibilität.
  • Polyethylen hoher Dichte bietet Robustheit und Feuchtigkeitsbeständigkeit. Anwendungsgebiete sind Behälter, Griffe und Outdoor-Ausrüstung. Das Herstellungsverfahren ermöglicht die Fertigung leichter und dennoch langlebiger Bauteile.

Spezial- und Hochleistungsmaterialien

  • PEEK hält Dauertemperaturen bis zu 250 °C stand. Das Material ist chemikalien- und strahlungsbeständig. Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt sowie bei medizinischen Implantaten rechtfertigen die höheren Materialkosten.
  • PPS bietet hervorragende Chemikalien- und Hitzebeständigkeit. Die Gasinduktionsverarbeitung erhält die strukturelle Integrität und reduziert gleichzeitig das Gewicht.
MaterialSchlüsseleigenschaftenTypische AnwendungenEignung für Gasunterstützung
Polycarbonat (PC)Hohe Schlagfestigkeit, optische Klarheit, Hitzebeständigkeit bis 135 °CFahrzeugbeleuchtung, medizinische Geräte, SicherheitsausrüstungAusgezeichnet – erhält die Klarheit in Hohlräumen
ABSGute Schlagfestigkeit, ausgezeichnete Oberflächengüte, einfache VerarbeitungUnterhaltungselektronik, Fahrzeugausstattung, HaushaltsgeräteAusgezeichnete – überlegene Strömungseigenschaften
Nylon (PA)Hohe Festigkeit, Verschleißfestigkeit, chemische BeständigkeitStrukturbauteile, Zahnräder, IndustrieteileSehr gut – glasfaserverstärkte Sorten schneiden gut ab
Polypropylen (PP)Chemikalienbeständigkeit, Flexibilität, niedrige KostenFahrzeuginnenausstattung, Verpackungen, KonsumgüterGut – kostengünstig für große Teile
PC/ABS-MischungDie Vorteile von PC und ABS wurden vereint; ausgezeichnete Schlagfestigkeit bei extremen Temperaturen.Fahrzeugaußenbereich, Elektrowerkzeuge, GartengeräteHervorragend – ausgewogenes Verhältnis von Festigkeit und Verarbeitbarkeit
TPE (Thermoplastisches Elastomer)Gummiartige Flexibilität, weiche Haptik, recycelbarGriffe, Dichtungen, Soft-Touch-KomponentenMittel – erfordert sorgfältige Prozesskontrolle

Gasinjektionsformverfahren

Formvorbereitung und -verschluss

Die Form schließt unter hoher Schließkraft, um ein Auseinanderfallen während des Einspritzvorgangs zu verhindern. Temperaturregelungssysteme bringen die Form auf die optimale Verarbeitungstemperatur.

Kunststoffspritzgussphase

Geschmolzener Kunststoff wird unter hohem Druck in den Formhohlraum eingespritzt. Der Einspritzvorgang wird gestoppt, sobald der Formhohlraum zu 70–95 % gefüllt ist.

Gaseinspritzphase

Unmittelbar nach dem Ende des Kunststoffspritzprozesses wird Stickstoffgas eingeleitet. Der Gasdruck liegt typischerweise zwischen 1,000 und 3,000 PSI, abhängig von der Teilegröße und dem Material.

Verpackungs- und Haltephase

Der Gasdruck bleibt während der gesamten Verpackungsphase erhalten. Dieser Druck kompensiert die Schrumpfung des Kunststoffs beim Einsetzen der Abkühlung.

Abkühlphase

Der Kunststoff erstarrt unter anhaltendem Gasdruck. Kühlkanäle in der Form führen dem Kunststoff Wärme ab. Die durch das Gas erzeugten Hohlräume kühlen von innen und außen ab.

Gasabsaugung und Teileauswurf

Sobald der Kunststoff ausreichend ausgehärtet ist, entweicht Gas aus dem Bauteil. Die Form öffnet sich und Auswerferstifte drücken das Bauteil heraus.

Prozesseffizienz

Moderne Zweikomponenten-Spritzgießmaschinen absolvieren vollständige Zyklen je nach Teilegröße und -komplexität in 30 bis 90 Sekunden. Dies bedeutet eine erhebliche Zeitersparnis im Vergleich zur Fertigung und Montage separater Komponenten.

Konstruktionsüberlegungen für das gasunterstützte Spritzgießen

Erfolg bietet enorme Vorteile, jedoch nur, wenn die Konstruktionen die Prinzipien der Gasströmung berücksichtigen. Diese Überlegungen gewährleisten optimale Ergebnisse.

Die Wandstärke beeinflusst das Gasströmungsverhalten entscheidend. Das Gas wandert naturgemäß zu dickeren Bereichen, in denen der Kunststoff länger flüssig bleibt. Konstrukteure schaffen daher gezielt dickere Bereiche, wenn Hohlräume gewünscht sind.

Eine gleichmäßige Wandstärke innerhalb eines Bauteils begrenzt die Vorteile der Gasunterstützung. Eine variable Wandstärke ermöglicht eine gezielte Gasströmung. Übergangszonen zwischen dicken und dünnen Wandstärken erfordern sanfte Übergänge, um Spannungsspitzen zu vermeiden.

Die Mindestwandstärke hängt von der Materialwahl und der Bauteilgröße ab. In den meisten Anwendungen sind Wandstärken zwischen 2.5 mm und 6 mm optimal. Dünnere Wandstärken ermöglichen unter Umständen keine ausreichende Gasdurchdringung. Dickere Wandstärken verlängern die Abkühlzeit unnötig.

  • Halten Sie ein Wandstärkenverhältnis von 2:1 oder 3:1 zwischen dicken und dünnen Abschnitten ein.
  • Gaskanäle sollten mindestens 1.5-mal dicker als die angrenzenden Wände sein.
  • Vermeiden Sie plötzliche Dickenänderungen, die den Gasfluss stören.
  • Die dicksten Abschnitte sollten dort platziert werden, wo die strukturelle Festigkeit am meisten benötigt wird.

Die Positionierung der Gaseinspritzpunkte ist entscheidend für die Effektivität des Prozesses. Die Eintrittspunkte müssen mit den gewünschten Gasströmungswegen übereinstimmen. Eine ungünstige Positionierung führt zu unvollständiger Gasdurchdringung oder Oberflächenfehlern.

Mehrere Einspritzpunkte eignen sich für große oder komplexe Bauteile. Jeder Punkt erzeugt einen separaten Gaskanal. Die Kanäle dürfen sich nicht kreuzen, da dies zu unvorhersehbaren Strömungsmustern führt.

Die Einspritzpunkte hinterlassen kleine Spuren auf den Bauteiloberflächen. Durch eine strategische Platzierung lassen sich diese Spuren an nicht sichtbaren Stellen verbergen. Griffe, Unterseiten und Montageflächen eignen sich gut als Eintrittsstellen für Gase.

Rippen dienen der strukturellen Verstärkung von Formteilen. Herkömmliche Formverfahren begrenzen die Rippendicke, um Einfallstellen zu vermeiden. Das gasunterstützte Formverfahren beseitigt diese Einschränkung vollständig.

Durch die innere Aushöhlung der Rippen mit Gas können diese dicker als die angrenzenden Wände sein. So entstehen Leichtbaukonstruktionen mit außergewöhnlicher Steifigkeit. Die hohlen Rippen gewährleisten Festigkeit bei gleichzeitig reduziertem Gesamtgewicht des Bauteils.

Die Konstruktion von Befestigungspunkten profitiert ebenfalls von Gasinjektionstechniken. Dicke Befestigungspunkte für Schrauben oder Einsätze verursachen typischerweise Einfallstellen. Durch die Gasinjektion wird der Befestigungspunkt ausgehöhlt, wodurch Oberflächenfehler beseitigt und gleichzeitig die Befestigungskraft erhalten bleibt.

Gasunterstütztes Spritzgießen beseitigt traditionelle Beschränkungen und ermöglicht innovative Designs, die die Leistung optimieren und die Kosten senken.

  • Rippen können die Wandstärke überschreiten, ohne dass Mängel auftreten.
  • Hohle Abschnitte verhindern vollständig das Auftreten von Einsinkspuren.
  • Leichtbaukonstruktionen behalten eine hohe Steifigkeit bei
  • Die Konsolidierung von Teilen reduziert die Montagevorgänge

Entformungsschrägen erleichtern das Auswerfen der Teile aus der Form. Gasunterstützte Teile benötigen Standard-Entformungsschrägen, typischerweise 1–3 Grad pro Seite. Tiefere Hohlprofile benötigen unter Umständen eine etwas größere Entformungsschräge für ein zuverlässiges Auswerfen.

Die Oberflächenqualität hängt von der Oberflächenstruktur der Form und den Verarbeitungsbedingungen ab. Gasunterstützt hergestellte Teile weisen eine ausgezeichnete Oberflächenqualität an den Außenflächen auf. Die Innenflächen in den Gaskanälen zeigen eine durch den Gasströmungsweg bedingte Textur.

Die Wahl der Oberflächenstruktur beeinflusst Aussehen und Funktionalität eines Bauteils. Glatte Oberflächen eignen sich für sichtbare Flächen und Gleitkontaktbereiche. Strukturierte Oberflächen kaschieren kleinere Unebenheiten und bieten eine bessere Griffigkeit.

Gasunterstützung ermöglicht komplexe Geometrien, die mit herkömmlichen Methoden schwer zu realisieren sind. Gebogene Rohre, variable Querschnitte und integrierte Elemente werden möglich. Das Gas folgt dem vorgegebenen Pfad durch komplizierte Formen.

Hinterschneidungen erfordern weiterhin seitliche Eingriffe oder das Zusammenfallen von Kernen. Die Gasinjektion macht eine korrekte Werkzeugkonstruktion nicht überflüssig. Interne Hinterschneidungen in Gaskanälen können jedoch je nach Bauteilflexibilität akzeptabel sein.

Gasunterstützte Bauteile weisen bei korrekter Konstruktion enge Toleranzen auf. Der Gasdruck gewährleistet eine gleichmäßige Anpressung an die Formwände. Dadurch werden in der gesamten Produktion reproduzierbare Abmessungen erzielt.

Kritische Maße sollten an den Außenflächen, die mit der Form in Kontakt stehen, lokalisiert werden. Hohlprofile im Inneren weisen größere Abweichungen auf als Vollwände. Konstruktionsmerkmale, die enge Toleranzen erfordern, sind entsprechend anzupassen.

Die Kompensation des Schwindens erfolgt nach Standardverfahren im Spritzgussverfahren, jedoch mit einigen Modifikationen. Gasunterstützte Teile weisen typischerweise ein geringeres Schwinden auf als massive Teile gleicher Größe. Die Materialwahl und die Wandstärke beeinflussen die Schwindungsraten maßgeblich.

Konstruktionsüberlegungen beim Gasinjektionsspritzgießen
Konstruktionsüberlegungen für das Gasinjektionsspritzgießen

im Vergleich zum herkömmlichen Kunststoffspritzguss

Vorteile des gasunterstützten Spritzgießens

Das gasunterstützte Spritzgießen bietet gegenüber herkömmlichen Spritzgießverfahren erhebliche Vorteile. Diese Vorteile umfassen Kostenreduzierung, Qualitätsverbesserung und Designflexibilität.

Materialkostenreduzierung

Hohlprofile reduzieren den Materialverbrauch in typischen Anwendungen um 25–40 %. Bei teuren technischen Kunststoffen vervielfacht sich dieser Kosteneffekt. Die Serienfertigung verstärkt diese Einsparungen bei Millionen von Teilen. Der geringere Materialverbrauch senkt zudem die Transportkosten.

Beseitigung von Oberflächenfehlern

Durch die Gasinjektion werden Einfallstellen vermieden, indem dickere Bereiche von innen ausgehöhlt werden. Die Außenflächen bleiben glatt und fehlerfrei. Dadurch entfallen kostspielige Nachbearbeitungsschritte wie Spachteln, Schleifen oder Lackieren, um Fehler zu kaschieren. Die Teile erreichen direkt nach dem Formen eine Oberflächengüte der Klasse A.

Reduzierte Zykluszeiten

Durch das Gasinjektionsspritzgießen lassen sich Zykluszeitverkürzungen von 20–50 % häufig erzielen. Hohlprofile kühlen schneller ab als Vollmaterial gleicher Dicke. Das Gas vergrößert die innere Oberfläche und beschleunigt so die Wärmeabfuhr. Kürzere Zyklen reduzieren zudem den Energieverbrauch.

Verbesserte Bauteilfestigkeit und -steifigkeit

Das Gas erzeugt geometrische Formen, die Biege- und Torsionssteifigkeit widerstehen. Die strukturelle Integrität ist im Vergleich zu massiven Bauteilen gleichen Gewichts oft verbessert. Die gleichmäßige Kühlung verhindert innere Spannungen, die zu verzögertem Versagen führen können. Dickere Wände sind ohne Defekte realisierbar.

Verbesserte Designflexibilität

Die Bauteilkonsolidierung wird durch die Gasdruckfederung ermöglicht. Mehrere Komponenten können zu einem einzigen Teil zusammengeführt werden. Dies reduziert Montageaufwand, eliminiert Befestigungselemente und erhöht die Zuverlässigkeit. Unterschiedliche Querschnitte, integrierte Griffe und Strukturrippen eignen sich dafür hervorragend.

Geringere Anforderungen an die Spannkraft

Große, dickwandige Bauteile erfordern beim herkömmlichen Spritzgießen massive und teure Formen, um den enormen Schließkräften und Einspritzdrücken standzuhalten. Die Gasinjektionsspritzung reduziert die Schließkraft. Geringere Einspritzdrücke ermöglichen eine leichtere Formenkonstruktion. Die Kosteneinsparungen bei den Werkzeugen können bei großen Bauteilen erheblich sein.

Branchen, die gasunterstütztes Spritzgießen in Betracht ziehen

Medizinisches Gerät

Medizinprodukte erfordern gleichbleibende Qualität, Biokompatibilität und oft eine leichte Bauweise. Die Anwendungsbereiche reichen von Diagnosegeräten bis hin zu chirurgischen Instrumenten.

Griffe für chirurgische Instrumente
Gehäuse für Diagnosegeräte
Patientenversorgungsgeräte
Die Laborausrüstung

Konsumgüter und Elektronik

Die Unterhaltungselektronik erfordert eine exzellente Oberflächengüte und Maßgenauigkeit. Das Gasinjektionsspritzgießen bietet beides und reduziert gleichzeitig die Materialkosten, wodurch dünnere und leichtere Produkte möglich werden.

Fernseh- und Monitorrahmen
Gehäuse für Elektrowerkzeuge
Geräteblenden
Gerätekomponenten wie Kühlschranktürdichtungen

Sport- und Freizeitausrüstung

Hersteller von Sportartikeln schätzen die Vorteile hinsichtlich Festigkeit und Gewicht. Leichtere Ausrüstung bietet eine bessere Leistung, ohne dass die Haltbarkeit darunter leidet. Gasunterstütztes Spritzgießen ermöglicht innovative Produktdesigns.

Fahrradrahmenkomponenten
Rahmen und Griffe für Fitnessgeräte
Komponenten von Freizeitfahrzeugen
Tribünensitze aus Kunststoff

Häufig gestellte Fragen zum gasunterstützten Spritzgießen

Gasunterstützung funktioniert effektiv über einen breiten Größenbereich. Kleine Teile unter 50 Gramm profitieren davon, wenn dickere Abschnitte Hohlkerne erfordern. Große Teile über 5 Kilogramm zeigen erhebliche Material- und Kosteneinsparungen.

Die Technologie erweist sich als besonders wirtschaftlich für Teile mit Abmessungen von mehr als 150 mm in jeder Richtung. Bei kleineren Teilen rechtfertigt sich der zusätzliche Aufwand für die Werkzeugausstattung möglicherweise nicht, es sei denn, hohe Stückzahlen machen die Vorteile der Automatisierung deutlich.

Ja, gasunterstützt geformte Teile weisen enge Toleranzen an den Außenflächen auf. Der Gasdruck presst den Kunststoff fest gegen die Formwände und gewährleistet so Maßgenauigkeit. Die Außenmaße liegen typischerweise bei ±0.1 mm oder besser, abhängig von Material und Teilegröße.

Innere Hohlprofile weisen größere Abweichungen auf als äußere Oberflächen. Kritische Abmessungen sollten nach Möglichkeit an den Formkontaktflächen ausgelegt werden. Eine präzise Prozesssteuerung gewährleistet die Wiederholgenauigkeit, die dem herkömmlichen Spritzgussverfahren entspricht.

Ja, Mehrkavitätenformen eignen sich gut für die Gasassistenztechnologie. Jede Kavität erfordert eine unabhängige Gaseinspritzsteuerung für gleichbleibende Ergebnisse.

Eine gleichmäßige Gasverteilung gewährleistet, dass alle Kavitäten identische Teile produzieren. Die Prozessüberwachung sichert eine gleichmäßige Gasdurchdringung aller Kavitäten. Werkzeuge mit mehreren Kavitäten maximieren die Produktionseffizienz bei Anwendungen mit hohem Durchsatz.

Ja, Recyclingmaterialien lassen sich erfolgreich mit Gasassistenzverfahren verarbeiten. Die Materialfließeigenschaften und das Gasdurchdringungsverhalten bleiben bei Verwendung von hochwertigem Mahlgut konstant. Der typische Mahlgutanteil liegt je nach Leistungsanforderungen zwischen 10 und 25 %.

Die meisten gasunterstützt geformten Teile erfordern nur minimale Nachbearbeitung. Die hervorragende Oberflächenqualität macht die für herkömmlich geformte Teile notwendigen Nachbearbeitungsschritte überflüssig. In manchen Fällen ist das Entfernen von überschüssigem Material oder das Glätten von Einspritzmarkierungen erforderlich.

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